Pupol Vuh- Das Buch des Rates

POPOL VUH – Das Buch des Rates, nach der deutschen Übertragung von Wolfgang Cordan (1962)

 

Übersicht

Vorspruch des Erzählers

Erster Teil: Die Schüpfung der Welt

Zweiter Teil: Die Schöpfung der Tiere

Dritter Teil: Die Zerstörung der Menschen aus Holz

Vierter Teil: Die Vollendung der Schöpfung

Fünfter Teil: Die Geburt des Lichts


Vorspruch des indianischen Erzählers

 

1.

Hier beginnt die alte Kunde von Quiché, wie es genannt wird.

Hier werden wir sie aufschreiben, hier beginnen wir die alte Kunde:

den Anfang und Ursprung von allem, was in der Stadt Quiché, was im Stamme Quiché geschah.

Hier werden wir enthüllen, erklären und berichten, was verborgen war:

Die Offenbarung von Tzakól und Bitól, von Alóm und Caholóm.

Von denen, die Jagendes Opossum und Jagender Coyote genannt werden.

Vom Großen Weißen Eber und vom Dachs. Von Tepeu und Gucumatz.

Vom Herzen der Lagune, vom Herzen des Meeres.

Vom Meister der Grünen Schale und dem Meister der Blauen Schüssel, so sagt man.

Und die Erzählung vom Paar, das sich Alte Ahnin, Alter Ahne nannte:

Ixpiyacóc und Ixmucané, Beschützer und Verbergerin, zweimal Großahne, zweimal Großahnin, wie man sie in der Sprache von Quiché nannte.

Alles erzählten sie in klarer Überlieferung, in klarer Kunde.
Wir aber schreiben dies schon unter dem Wort Gottes, schon im Christentum lebend.

Wir heben es ans Licht, denn das Popol Vuh ward unsichtbar, das Buch, das vom Licht jenseits des Meeres erzählt und vom Leben im Licht, wie man sagt.
Noch gibt es das Erste Buch, wie es einst geschrieben, aber verborgen ist es dem Suchenden, dem Forschenden.
Mächtig fürwahr die Beschreibung, die Kunde, wie alles geschaffen wurde, Himmel und Erde;

wie die vier Weltenden, die vier Seiten bestimmt und die Male gesetzt wurden;

wie die Schnur gespannt und wie ausgemessen wurde die Weite des Himmels und der Erde.

Vier Weltecken, vier Weltseiten machten Tzakól und Bitól, wie man sagt,

die Mutter und der Vater von Leben und Schöpfung:

die den Atem schufen und das Herz, Gebärerin und Hüter des erleuchteten Geschlechtes, der Lichttöchter, der Lichtsöhne;

die Denker und Weisen über allem Sein im Himmel und auf Erden, in den Seen, in den Meeren.

 

Weiter zum ersten Teil: Die Schöpfung der Welt

 

 



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