Der Ritus von Luna

Die Offiziere des Tempels:

LUNA Silberne Robe, Violine. Artemis, die Herrin des Mondes.
CANCER Bernsteinfarbene Robe, Kelch. Der Wächter des Heiligen Grals.
TAURUS Orange Robe, Bogen und Köcher. Der Herr des Bogens.
EINE NYMPHE Weiße Robe, Drachenkopf
EIN SATYR Schwarze Robe, Drachenschwanz.
PAN Schwarze Robe, Tom-Tom.

Szene —– Im Osten thront LUNA, CANCER zu ihrer Rechten, TAURUS zu ihrer Linken. Jenseits von diesen der SATYR und die NYMPHE. An der Spitze eines nach unten weisenden Dreiecks, auf der Erde, PAN.

Jemand zitiert die Zwölffache Gewißheit Gottes aus Liber 963. Der Schleier ist zugezogen.

CANCER: 333-333-333.
TAURUS: 333-333-333.
CANCER: 1. Bruder Taurus, welche Stunde hat geschlagen?
TAURUS: Mondaufgang.
CANCER: 1. Bruder Taurus, an welchem Platz befinden wir uns?
TAURUS: In der Kapelle des Heiligen Grals.
CANCER: 1. Welches ist mein Amt?
TAURUS: Wächter des Grals.
CANCER: 1. Was ist meine Robe?
TAURUS: Keuschheit.
CANCER: 1. Welches ist meine Waffe?
TAURUS: Wachsamkeit.
CANCER: 1. Wem dienen wir?
TAURUS: Unserer Herrin Artemis.
CANCER: 1. Wie viele Diener hat sie?
TAURUS: Neun.
CANCER: 1. Wer sind sie?
TAURUS: Drei für den Tau; drei für den Regen; und drei für den Schnee.
CANCER: 1. Wer sind die Großoffiziere?
TAURUS: Du selbst, der Wächter des Heiligen Grals. Ich selbst, der Herr des Bogens.
Eine Nymphe, ein Satyr –
PAN: 1. Und Pan!
CANCER: Bruder Pan, ich befehle dir, unsere Herrin Artemis zu verehren.
TAURUS: Erduldet den Kelch des Trankopfers!
CANCER: 333-333-333.

PAN: rezitiert den Chorus aus Swinburne’s „Atalanta“.

Wenn die Hunde des Frühlings auf des Winters Spuren sind,
Füllt die Mutter der Monate in Wiesen oder Ebenen
Die Schatten und die windigen Plätze
Mit dem Lispeln der Blätter und plätscherndem Regen;
Und die liebliche, braune, hübsche Nachtigall
Ist dabei, Itylus ein wenig zu besänftigen,
Inmitten der Thrakischen Schiffe und der ausländischen Gesichter,
Der stillen Nachtwache, und all der Schmerzen.

Komme mit gespanntem Bogen und mit sich entleerendem Köcher,
Höchst vollkommenes Weib, Königin des Lichtes,
Mit dem Geräusch von Wind und vielen Flüssen,
Mit dem Brausen des Wassers, und mit Macht;
Binde deine Sandalen, O du Flinke,
Über dem Glanz und der Geschwindigkeit deiner Füße;
Denn der schwache Osten erwacht, der bleiche Westen zittert,
Unter den Füßen des Tages und den Füßen der Nacht.

Wo sollen wir sie finden, wie sollen wir ihr singen,
Unsere Hände um ihre Kniee falten, und uns festhalten?
O daß doch des Menschen Herz Feuer sei und ihr entgegenspränge,
Feuer, oder die Stärke der Ströme, die brausen!
Denn die Sterne und die Winde sind für sie
Die Gewänder, wie die Lieder des Harfenspielers;
Die gefallenen und aufgehenden Sterne klammern sich fest,
Und der Südwestwind und der Westwind singen.

Denn des Winters Regen und Ruin ist vorüber,
Und all die Zeiten von Schnee und Sünde;
Die Tage, die Liebenden von Liebenden trennt,
Das Licht, das verliert, die Nacht, die gewinnt;
Und erinnerte Zeiten sind Kummer, der vergessen ist,
Und geschlagener Frost und bestäubte Blumen,
Und im grünen Unterholz im Verborgenen
Blüht Blüte auf Blüte im beginnenden Frühling.

Die vollen Ströme tränken Wiesen und Schilf,
Reifes Gras fesselt den reisenden Fuß,
Die schwache züngelnde Flamme des jungen Jahres blitzt
Von Blatt zu Blüte und Blume zu Frucht;
Und Frucht und Blatt sind wie Gold und Feuer,
Und der Hafer streicht über die Lyra,
Und die behuften Absätze des Satyr brechen
Den Kastaniensamen an der Kastanienwurzel.
Und Pan am Nachmittag und Bacchus in der Nacht,
Schneller zu Fuß als das leichtfüßige Kind,
Folgen mit Tanz und verströmen das Entzücken
Der Mänaden und dem Bassarid;
Und sanft wie Lippen die lachen und sich verbergen
Wie das Lachen der Blätter und der herumstehenden Bäume,
Denen man nichts mehr anmerkt, und übrig bleibt
Der verfolgende Gott, und das Mädchen, das sich versteckt.

Der Efeu fällt über das Haar am Bacchanal
Und ihre Augenbrauen verbergen ihre Augen;
Der wilde Wein rutscht mit seinen Blättern
Über die nackten Brüste und verbirgt sie;
Der wilde Wein rutscht mit seinen schweren Blättern,
Aber der Beerenbehangene Efeu fängt und hängt an
Den Zweigen die glitzern, an Füßen, die sich ängstigen
Vor dem Wolf, der folgt, und dem Reh das flieht.

TAURUS: Die Göttin regt sich nicht.
CANCER: Schweigen ist das Geheimnis unserer Herrin Artemis.
PAN: Hat kein Mensch ihren Schleier gelüftet?
CANCER: Niemand hat ihren Schleier gelüftet.
TAURUS: Erduldet den Kelch des Trankopfers!
CANCER: 333-333-333. Die Stunde ist gekommen, den Schrein zu versiegeln.
TAURUS: Laßt uns die Geister der Elemente bannen.

Er vollzieht das Kleine Bannende Ritual des Pentagramms und kehrt zurück.

TAURUS: Erduldet den Kelch des Trankopfers!
CANCER: 333-333-333. Laßt uns die Geister der Planeten bannen.

Er vollzieht das Kleine Bannende Ritual des Hexagramms und kehrt zurück.

CANCER: Erduldet den Kelch des Trankopfers!
PAN: 333-333-333. Laßt uns die heiligen Emanationen des Einen bannen, damit
nicht der Schlaf unserer Herrin gestört wird.

Er bannt die Sephiroth durch ein geeignetes Ritual.

PAN: Erduldet den Kelch des Trankopfers!
CANCER: 333-333-333. Bruder Taurus, der Schrein ist gut bewacht.
TAURUS: Der Schrein ist vollkommen bewacht.
SATYR: Erduldet den Kelch des Trankopfers!
CANCER: 333-333-333.
PAN: Höre mich, Herr der Sterne!
Denn dich habe ich ewig verehrt
Mit Flecken und Trauer und Narben,
Mit freudigem, freudigem Bemühen,
Höre mich, O lilienweißer Bock!
O dichte Krause, wie ein Dickicht voller Dornen,
Mit einem Kragen aus Gold für Deine Kehle,
Ein Scharlachbogen für Deine Hörner!

Hier in der staubigen Luft
Baue ich Dir einen Schrein aus Eibenholz.
Ganz grün ist der Kranz den ich trage,
Aber ich beträufele ihn mit Blut wie mit Tau!
Nachdem die orangenen Balken,
Die den grünen Westen beim Sterben streifen,
Tot sind, O Herr der Sterne,
Komme ich zu Dir, komme weinend zu Dir.

Vom Ambrosia-Mond der aufgeht
Mit Brüsten, die sich langsam im Glanze heben,
Tropft Wein von seinem Ewigen Schnee,
Unaussprechlich, gänzlich, zärtlich.
O Mond! Ambrosia-Mond!
Gehe auf über der Wüste meiner Sorgen,
Mein magisches Auge vergeht in Lust
Im Regen, der morgen kommt.

Zeitalter um Zeitalter
Stand ich an den Ufern eines Flusses,
Heilig und heilig und heilig, erinnere ich mich,
Auf ewig und ewig und ewig!
Ein Priester in dem mystischen Schrein,
So raunte ich solange eine erlösende Rune,
Bis die Wasser roter als Wein wurden
Im Erröten der Hure Mond.

Ich und meine Priesterbrüder
Verehrten eine wunderbare Frau
Mit einem Körper geschmeidig wie ein Tier,
Subtil, schrecklich menschlich.
In den Abgründen ihrer Augen
Sah ich das Bild des Todes,
Und ich schöpfte die Wasser der Seufzer
Aus der Quelle ihres Wiegenlied-Atems

Sie sitzt verschleiert auf ewig,
Brütet über dem wüsten Land,
Sie hat sich nie bewegt und sprach nie.
Sie ist wild, und dennoch keusch!
Welcher Wahnsinn weckte mich auf
Aus der Stille des Uralten
Und dem grauen kalten Schleim der Schlange
Die ihr giftiger Körper enthielt?

Bei Nacht verschleppte ich ein Mädchen
Aus dem Lager ihres Vaters in eine Höhle.
Ich entblößte ihre wunderschöne Schulter;
Ich tauchte sie dreimal in die Wellen;
Ich schlitzte ihre Kehle auf wie die eines Lammes,
So daß die Blutfontäne himmelwärts spritzte
Mit meinen ungestümen und lärmenden Lobeshymnen,
Und das Schild des Himmels befleckte.

Mit Blut und Weihrauch und Gesang
Zerriß ich den mysteriösen Schleier;
Meine Augen starrten lang und lange
In die Tiefe dieser seligen Öffnung.
Meine grauen kalten Küsse weckten
Aus der Stille des Uralten
Den grauen kalten Schleim der Schlange
Die ihr wunderschöner Körper hielt.

Aber – Gott! Ich war nicht zufrieden
Mit den blasphemischen Geheimnissen der Jahre;
Der Schleier ist kaum zerrissen
Während aus den Augen Steine anstatt Tränen regneten.
So lachte ich mit zitternden Lippen
Während die Stürme des Todes nachließen,
Die Stürme des schmerzlichen Betruges
Durch die Bewegungen in ihrer ungesättigten Seele.

So bin ich wiedergeboren
Durch einen schmutzigen und profanen Strom,
In dem Reich eines gequälten Lammes,
In dem Reich einer geschlechtslosen Eule,
Bin ich doch vom Rest getrennt
Durch die Belohnung der mystischen Rune
Die zeigt in Gefahr und Pest
Den Ambrosia-Mond – den Mond!
Und unter dem lohfarbigen Stern
der im Stier über uns scheint
Regiere ich den aufrührerischen Wagen
Mit galoppierender, galoppierender Liebe;
Und geradeaus zum beständigen Stern
Des Löwenköpfigen Herrn laufe ich,
Ziehe meine flammende Bahn
Mit den Krämpfen der Nacht für einen Speer!

O Mond! O geheime Süße!
Kreideweiße Wolken von Zärtlichkeiten
Um die Flammen unserer Füße,
Die Nacht unserer schrecklichen Verflechtungen!
Ist es nicht ein Wunder, denn,
Sind nicht die Menschen verrückt in ihrer Blindheit,
Und nichts ist diesen Menschen fremder
Als Stille, und Weisheit, und Freundlichkeit?

Ja! Laßt denjenigen einen Pfeil herstellen
Dessen Herz rein und stark ist!
Laß ihn seinen Gott bis ins Mark verletzen!
Laßt die Seele seines Gottes herausfließen!
Ob eine Schlange oder eine Sonne
In seines Horoskops Himmel geworfen wurde,
Das ist nichts; denn jeder
Wird den Mond letztendlich gewinnen.

Der Magier erschuf mit seiner Arbeit
Eine Billionen Formen in der Sonne.
Schau hindurch bis zum Herzen seines Herzens,
Und die vielen Formen werden zu einer Einzigen!
Ein Ende der Kunst des Magiers,
Und der kalten grauen Leere eines Gefängnisses!
Ein Ende des diamantenen Zeitalters!
Der Ambrosia-Mond ist aufgegangen.

Ich habe eine lilienweiße Ziege gekauft
Für den Preis einer Dornenkrone,
Ein goldenes Halsband für ihre Kehle,
Einen scharlachfarbenen Bogen für ihre Hörner;
Ich habe eine Lerche in der Luft gekauft
Für den Preis des Restes in einem Glas Sherry;
Mit diesem, und Gott als Geschenk,
Brauche ich keinen Wein um fröhlich zu sein!

Ich kaufte für eine Scheibe Brot
Einen Garten mit Mohn und Klee;
Für bitteres und totes Wasser
Eine Quelle überfließenden Feuers.
Vom Lamm und seinem Gefängnisplatz
Und der Eulen blinden Lähmung, steh auf!
Sei du weise, und stark, und gerecht,
Und der Nektar fließt in deinen Augen!

Geh auf, O Ambrosia-Mond,
Bei dem starken ewigen Spruch,
Bei der feinen wahren Rune
Die mächtig ist in Himmel und Hölle!
Tropf deinen mystischen Tau
Auf die Zungen des zärtlichen Fauns,
Im Schatten der initiierenden Eiben,
Fern der Wüstendämmerung!

Satyre und Faune rufe ich.
Bringt eure Schönheit den Menschen!
Ich bin der Gefährte für euch alle;
Ich bin der leidenschaftliche Pan.
Kommt, O kommt zum Tanz,
Springt mit wunderbaren Peitschen,
Leben im aufleuchten eines Blickes,
Tod im Kuß der Lippen!

Ich bin jenseits verborgen,
Vergossen in einem geheimen Nerv,
Ich bin ein Gefährte für euch alle;
Ich bin der leidenschaftliche Pan.
Kommt, o kommt zum Tanz,
Springt mit den wundervollen Peitschen,
Leben im Lidschlag eines Blickes,
Tod in der Berührung der Lippen!

Horch! der bittende Schrei
Des tödlichen Schmerzes in der Höhle:-
Hyazinth! Hyazinth! Ja!
Von Apollo zu Tode geschmettert.
Schnell, O jungfräulicher Mond,
Schicke deine Tau-Strahlen hinterher;
Verwandle diese schmerzhafte Melodie
In sanftes, dunkles Gelächter!

Trauert, O Mänaden, trauert!
Ihr werdet ganz sicher nicht getröstet:
Alles Lachen ist verschwunden.
Unser ist der Mohn und der Klee!
O, dieser Mund und diese Augen,
Boshaft, männlich, lockend!
O, dieser Schwung der Hüften,
Dorians Vergangenheit ertragend!

Wo ist nun die Weisheit?
Wo der Weise und seine Zweifel?
Sicher hat der Schweiß auf deinen Brauen
Den Dämon ausgetrieben.
Sicher ist, daß der duftende Schlaf
Der jeden Kampf krönt
Weiser ist als nur zu weinen –
Zu weinen auf immer!

Nun, auf dem Höhepunkt des Jahres,
In den dekadenten Oktobertagen,
Komme ich zu Dir, Gott, ohne Furcht;
Fromm, keusch, und nüchtern.
Ich opfere feierlich
Diese erste Traube des Weinstockes
Als ein Gefährt deines Lasters,
Wie ich Dein bin um Mein zu werden.

Wenn Fünf im Jahr vorüber gehen
Bete ich zu Dir: gib mir Eines;
Einen Liebenden, stärker als ich,
Einen Mond um die Sonne zu verschlingen!
Mag er wie ein lilienweißer Bock sein,
Dichte Krause wie ein Dickicht voll Dornen,
Mit einem Kragen aus Gold für seine Kehle,
Ein Scharlachbogen für seine Hörner!

CANCER: Möge uns die Herrin Artemis geneigt sein!
TAURUS: Möge unsere Herrin Artemis niemals erweckt werden!

Die NYMPHE kommt vor und tanzt ihren jungfräulichen Tanz.

PAN: Welchen Wert hat das Gold in der Mine?
CANCER: Bruder Pan, sei still.
NYMPHE: Erduldet den Kelch des Trankopfers!
CANCER: 333-333-333.

PAN: rezitiert:

Mutter des Lichtes, und der Götter! Mutter der Musik, erwache!
Schweigen und Reden sind verschwunden; Himmel und Hölle gehorchen.

Bei Rose und Kreuz beschwöre ich dich; Ich zwinge dich bei Schlange und dem Schwert;
Ich bin es, der schwor standzuhalten – Bringe uns das Wort des Herrn!

Bei der Brut der Abgründe des Glanzes, dessen Gott mein Herr war;
Beim Herrn von Flamme und Blitz, dem König der Geister des Feuers;
Beim Herrn der Wellen und der Wasser, dem König der Hüter der See,
Dem herrlichsten von allen, dessen Tochter meine Mutter war;

Beim Herrn der Winde und der Brisen, dem König der Geister der Luft,
In dessen Busen die Ewigkeit ruht die mich darin aufzog;
Beim Herrn der Felder und der Berge, dem König der Geister der Erde
Der mein Leben an seinen Quellen nährte seit der Stunde meiner Geburt;

Bei Stab und Kelch beschwöre ich; bei Dolch und Scheibe zwinge ich;
Ich bin es, der schwor standzuhalten; spiel noch einmal deine Musik!
Ich bin der Herr des Sternes und des Siegels; Ich bin der Herr der Schlange und des Schwertes;
Offenbare uns das Geheimnis, offenbare! Bringe uns das Wort des Herrn;

Wie die Flammen der Sonne, wie das Brüllen der See, wie der Sturm der Lüfte,
Wie das Beben der Erde – laß es zu einer Wohltat werden, zum Verderben, zu einer Schlinge,
Zu einem Köder, einem Licht, einem Kuß, zu einer Angel, zu einer Geißel, zu einem Schwert –
Bringe uns deine Bürde der Seligkeit – Bringe uns das Wort des Herrn!

TAURUS: Vergeblich erbatest du die Rede unserer Herrin des Schweigens.
CANCER: Erduldet den Kelch des Trankopfers!

PAN: 333-333-333. rezitiert:

Rollt durch die Höhlen der Materie, den unveränderlichen Fesseln der Welt!
Rollt, ihr wilden Wogen des Äthers! Das Sistrum wird geschüttelt und erklingt!
Wild und wohlklingend ist der Lärm, ungeheuer in der Region des Todes.
Lebt mit dem Feuer des Geistes, der Essenz und Flamme des Atems!
Musik, O Musik!

Strahle in der Welt der Dunkelheit, wo die Gebundenen zittern und fliehen!
Strahle in den Himmeln der Dämmerung, denn das Licht der Morgendämmerung ist in mir!
Leuchte auf der Stirn, und lebe in den Nasenlöchern, und liebe in der Brust,
Scheine, O Stern der Dämmerung, du Sonne des strahlenden Gipfels!
Leuchte, O Leuchte!

Flamme durch den Himmel in der Stärke der Wagenräder der Sonne!
Flammt, ihr jungen Finger des Lichtes, im Westen des aufziehenden Morgens!
Flamme, O du Meteorwagen, denn mein Feuer ist in dir erhöht!
Erleuchte die Dunkelheit und kündige das Tageslicht an, und erwecke die See!
Flamme, O Flamme!

Krönt Sie, O kröne Sie mit Sternen wie mit Blumen als einen jungfräulichen Schmuck!
Krönt Sie, O krönt Sie mit dem Licht und der Flamme des herabfahrenden Schwertes!
Krönt Sie, O krönt Sie mit der Liebe für Mädchen und Mutter und Frau!
Heil sei Isis! Heil! Denn Sie ist die Herrin des Lebens!
Gekrönte Isis!

CANCER: Vergeblich riefst du unsere Herrin des Mondes an!
TAURUS: Erduldet den Kelch des Trankopfers!
CANCER: 333-333-333.

PAN: Soll jeder Stern der in der Nacht scheint
So schrecklich weit entfernt glänzen,
Und keinem Menschen Liebe geben, sondern nur Licht,
Oder aufhören ein Stern zu sein?

Nein, da gab es keinen Menschen seit Anbeginn
Durch die Zeitalter bis heute,
Der das Ziel seiner innersten Seelenfahrt gewann,
Ein Stern auf seiner Braue!

Oh! Da ist kein Stern der so heiter wie du
In meinen einsamen Nächten scheint,
Komm, laß mich dich auf meine Braue setzen,
Und meine Dunkelheit zum Morgenrot werden!

PAN: erhebt sich Bruder Satyr, peitsche diese fort, die das Heiligtum unserer Herrin entweihen: denn sie wissen nicht um das Geheimnis des Schreins.

SATYR tanzt den Peitschentanz, die Offiziere von der Bühne drängend, wo sie sich ducken.

PAN: geht zum Altar Bruder Satyr, ich befehle dir den Tanz von Syrinx und Pan zu
aufzuführen, zu Ehren unserer Herrin Artemis.
SATYR: Und zu deiner Ehre!

Er tanzt den Tanz und fällt in der Mitte ausgestreckt zu Boden.

PAN: nähert sich dem Thron von LUNA

Unbezwingbare Zauberin
Von Bacchus und Mars,
Im klingenden Widerhall
Des Abyss der Sterne!
O Jungfrau im Harnisch,
Deine Pfeile schleudern
In der Pracht deines Hervorspringens
Die ersten Strahlen des Frühlings!
In der Stärke der Kraft
Der Liebe, als ich durchstieß
Durch das Leichentuch, durch die Wolken,
Durch den Sturm, durch den Rauch,
Zu dem Berg des Leidens
Der wie ein Vulkan erwachte –
Mit der Wut des Magiers
Invoziere ich, invoziere ich!

In der Mitternacht des Irreseins,
Der einsam wogenden See,
Das Vergehen des Mondes,
Deine Ohnmacht in mir;
Die wache Traurigkeit
Der sich an Klippen krallenden Pinien,
In dieser Nacht des Genusses
Warst du mein, warst du mein!

Du warst mein, O meine Heilige,
Mein Mädchen, meine Gefährtin,
Bei der Macht des Rechtes
Der Nacht unseres Schicksals.
Auch wenn ich falle, auch wenn ich ohnmächtig werde,
Auch wenn ich verglühe, auch wenn ich ersticke,
Bei der Stunde unserer Kraft
Invoziere ich, invoziere ich!

Bei der mystischen Vereinigung
Von Fee und Faun,
Unausgesprochen, Ungebrochen –
Die Dämmerung des Sonnenaufganges! –
Eine geheime Verbindung,
Unermeßlich, unbesungen,
Die teilnahmslose, widerstandslose,
Lärmende Zunge! –

O Jungfrau im Harnisch
Deine Pfeile schleudern,
In der Pracht deines Hervorspringens
Die ersten Strahlen des Frühlings!
Sie könnten keine Gottheit verzaubern,
Aber die Männlichkeit erwacht –
O feurige Walküre,
Dich invoziere ich, dich invoziere ich!

Er zieht den Schleier herunter. LUNA spielt begleitend [Chaccone: Bach].

Eine lange Stille.

CANCER: 333-333-333.
TAURUS: 1. Bruder Wächter des Grals, unsere Aufgabe ist beendet.
CANCER: Laßt uns gehen, es ist vollbracht.



Comments are closed.