Sajaha 6

SAJAHA 6

Dämonen sah ich lagern an Grünlands Rand. Und Schaddei kauerte vor ihnen mit all seinen Geistern des Bösen, bettelnd um Beistand gegen Bels Reich, aufhetzend zum Streit wider Ilu.

Die Dämonen aber achteten darauf nicht. Ihr eiskalter Atem ließ erstarren den Höllengeist; sie bekümmerte nichts.

Da zog der Finstere mit seinen Horden heim zum höllischen Pfuhl. Der Geruch geschlachteter Leiber umfing sie dort wieder.

Heimelig fühlt sich so der Fürst der Schatten, Graus ist ihm Labsal, Verwesung Genuß; nach Blut lechzt er.

Zur Erdenwelt hin schwärmten die bösen Geister aus – so habe ich gesehen -, um Böses zu stiften, ihrer Art gemäß, Haß einzuträufeln, Mordtat zu säen, aus Bechern voll Wut trinken zu lassen die Völker, damit überall Krieg werde. Blutes- und Brandesrausch sucht der Schaddei.

Dämonen sah ich schweben an der Grenze zur diesseitigen Welt. Ein Bündnis mit Jaho [Schaddei] schlossen manche; Unheil droht den Erdenmenschen. Einige haben sich hier dem Bösen ergeben, und solche dienen ihm, solche tragen die Becher voll Wut unter die Völker der Menschen, um diese dadurch trunken und taumelnd zu machen in Kriegslust und Wahn – damit Jaho Menschenblut schlürfe und sich weide am Geruch von brennendem Menschenfleisch.

Dem Bösen dienen die Knechte des Bösen, des Schaddeins Sendlinge sind sie, diesseitiger Auswurf der Hölle.

Schlimmes habe ich kommen gesehen: Die Abgesandten Schaddeins, die Geister des Bösen auf Erden, gewinnen sich Macht.

Schreckliches wird – noch Schlimmeres wird kommen -, bis endlich der Geist der Gerechten erwacht und Babylons Schwert aufnimmt, das reine, das lichte, um zu zerschmettern die Finsternis!

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